Castell d´Alaró

Altehrwürdig und von weithin zu sehen thront die Ruine des Castell d´Alaró auf dem Berggipfel des Puig d´Alaró. Die mächtigen Mauern der Festung galten über Jahrhunderte hinweg als uneinnehmbar und haben bis heute als Symbol der Freiheit im kulturellen Gedächtnis der Inselbewohner Bestand. 1931 wurde dem Kastell der Status als offizielles spanisches Kulturdenkmal verliehen.

Die Ortschaft Alaró und ihr gleichnamiges Kastell liegen etwa 25 Kilometer in nordöstlicher Richtung von der Hauptstadt Palma de Mallorca entfernt. Um zur Ruine zu gelangen, müssen sich die Besucher auf eine kleine Abenteuerreise begeben. Die Straßen zum Gipfel des Puig d´Alaró sind nicht asphaltiert, mit unzähligen Schlaglöchern versehen und winden sich in engen Serpentinen den Hang hinauf.

Geschichte des Kastells

Vermutlich hatte das Castell d´Alaró bereits in der Bronzezeit Bestand. Gesichert ist, dass die Römer während ihrer Herrschaft über die Baleareninsel die Befestigung ausbauten und zur strategischen Sicherung der Region nutzten. Ihr Name deutet auf die große Bedeutung der Besatzer für die Burganlage hin, denn er leitet sich von dem arabischen Wort al'-run ab und bedeutet wahlweise römisch, byzantinisch oder christlich.

Historische Aufzeichnungen zur militärischen Nutzung des Kastells reichen bis in das Jahr 902 zurück, als die Mauren die Macht über die Insel ergriffen. Als im 13. Jahrhundert schließlich Jaume I Mallorca aus den Händen der arabischen Machthaber zurückeroberte und das Christentum auf die Baleareninsel brachte, ließ er die Bergfestung ein weiteres Mal ausbauen. Jetzt lag es in der Verantwortung des Templerordens, für die Sicherheit der militärisch bedeutenden Anlage und der umliegenden Täler zu sorgen.

Ein letzter Kampf um die Befestigungsanlage erfolgte schließlich im Jahr 1285. Alfonso III von Aragon war mit seinen Truppen nach Mallorca gekommen, um die Insel seiner Herrschaft zu unterwerfen. Zwar gelang es ihm, Palma de Mallorca einzunehmen, doch am Castillo d´Alaró schlug ihm der heftige Widerstand zwei treuer Gefolgsleute Jaume II entgegen. Cabrit und Bassa gingen als Volkshelden in die mallorquinische Geschichtsschreibung ein, doch ihr Schicksal war düster: Alfonso III ließ sie aufspießen und bei lebendigem Leibe verbrennen. Bis zum heutigen Tag verblieben je eine Rippe der heldenhaften Kämpfer als Reliquie auf dem Puig d´Alaró.

Sehenswertes in der Burganlage

Der Zahn der Zeit hat deutliche Spuren am Castell d´Alaró hinterlassen. Ursprünglich setzte sich die Befestigungsanlage aus einer mächtigen Festungsmauer mit fünf Türmen zusammen, heute ist sie nur noch als Ruine erhalten. Die Besucher können noch Reste der Festungsmauer entdecken, außerdem haben das Eingangstor sowie der südliche Hauptturm, den einst die Mauren als Kerker nutzten, die Jahrhunderte überstanden.

Oberhalb der Burganlage steht die Kapelle Nostra Senyora del Refugi, die aus dem 17. Jahrhundert stammt. An ihrer Seite befindet sich ein Gasthaus für Wanderer, das Teil des Fernwanderwegs GR 221 ist. Von den Höhen des Berggipfels eröffnet sich ein Panorama über die umliegenden Täler, die Ebene Llanura del Centr bis hin auf die Gebirgszüge der Serra de Tramuntana, die im Norden in den Himmel ragen.

Abenteuerliche Anfahrt

Etwa zwei Kilometer nach der Ortsausfahrt Alarós in Richtung Sollerich zweigt eine gut ausgeschilderte, schmale Asphaltstraße in Richtung des Kastells ab. Bereits nach wenigen Metern wird deutlich, warum immer wieder zu lesen ist, dass die Fahrt auf den Puig d´Alaró ausschließlich mit einem Kleinwagen zu meistern ist: Die Straße verengt sich zunehmend und auch vom Asphaltbelag bleibt schon bald nichts mehr übrig. Holprig geht es in steilen und engen Windungen bergauf.

Wer Wert auf unversehrte Außenspiegel legt, sollte ab jetzt nur noch erfahrene Autofahrer ans Steuer lassen. Eng an die steil aufragenden Felswände gedrängt führt die jetzt nur noch als Schotterweg bestehende Straße vorbei an Olivenbäumen und einer reizvollen Gebirgslandschaft. Immer weiter geht es den Hang hinauf bis schließlich ein Berggasthof, die Finca Es Verger zu sehen ist. Hier befindet sich ein großer Parkplatz, außerdem bietet sich die Gaststätte an, um die Nerven nach der anstrengenden Auffahrt zu beruhigen. Der Rückweg gestaltet sich übrigens deutlich angenehmer: Ein zweiter Weg führt den Berg hinab, um ihn zu erreichen einfach stets rechts halten.

Tipp der Redaktion: Wer wider Erwarten nach dieser strapaziösen Autofahrt seine Abenteuerlust noch nicht gestillt hat, kann nach Rücksprache mit dem Gastwirt ein Tor hinter der Finca durchfahren und sich vorsichtig weiter bergauf wagen. Ab hier ist der Weg noch schmaler und von Schlaglöchern übersät. Endgültige Endstation ist dann der Parkplatz Es Pouet, ab hier geht es jedoch nur noch zu Fuß weiter hinauf zur Burg.

Zu Fuß geht es die letzte Strecke bergauf bis zum Kastell. Hier ist festes Schuhwerk gefragt, denn die Wege sind alt, unbefestigt und vom Regen ausgewaschen. Für den Aufstieg vom Parkplatz des Gasthofs aus bis zur Ruine sind durchschnittlich 45 Minuten nötig. Um sich nicht unnötig einer Hitzebelastung auszusetzen, ist eine frühe Anreise empfehlenswert.

Wird geladen...
Upps!
Sie nutzen einen Web-Browser den wir nicht unterstützen. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser für eine bessere Darstellung.
Unsere Seite funktioniert am besten mit Google Chrome.
Wie mann den Browser aktualisiert