Coves del Drac

Übersetzt bedeutet der Name der wohl bekanntesten Tropfsteinhöhlen Mallorcas "Drachenhöhlen". Der Zugang zu dem faszinierenden unterirdischen System liegt im Gemeindegebiet Manacor am südlichen Ortsrand von Porto Cristo. In seinem Inneren erstreckt sich über 177 Meter Länge und 40 Meter Breite einer der größten unterirdischen Seen der Welt. Auf dem bis zu neun Meter tiefen Martelsee dümpeln Orchesterboote, die Besucher in die Klänge klassischer Musik hüllen. 1100 Menschen finden im Auditorium nahe des Wassers Platz. Sechs weitere Seen verbergen die miteinander verbundenen Höhlen, die sich über eine Gesamtlänge von 1700 Metern begehen lassen. Ihre Wände sind beleuchtet, die bunten Lichter setzen die skurrilen Kalksteinformationen effektvoll in Szene. Hier und da sind über die Jahrhunderte Stalagmiten und Stalaktiten zusammengewachsen und bilden eindrucksvolle Säulen.

Geschichte Coves del Drac

Schon vor 3000 Jahren waren die Drachenhöhlen den Einwohnern Mallorcas bekannt. Archäologische Ausgrabungen in der Nähe des Höhleneingangs führten Alltagsgegenstände einer talaiotischen Siedlung zutage. Daneben zeugt auch der märchenhaft klingende Name von der langen Verbindung der Mallorquiner zu den geheimnisvollen Höhlen: Die Inselbewohner erzählen sich, dass einst die Templer und nach ihnen die Piraten tief in den Höhlen ihre Schätze verborgen und sie einem Drachen anvertraut hatten. Gerüchte wie diese konnten sich bis in die heutige Zeit hinein halten, da sich die Menschen nicht in die Tiefen der unterirdischen Gänge hineinwagten. Es gilt als gesichert, dass weder die Ureinwohner noch die Piraten je weiter als 200 Meter in die Höhlen eingedrungen sind.

Erste vorsichtige Erkundungsversuche erfolgten im Jahr 1339. Der Gouverneur Mallorcas entsandte eine Gruppe Soldaten, um in den Höhlen nach dem verschwundenen Schatz der Templer zu suchen. Dabei entstanden die ersten Aufzeichnungen vom Wegenetz in den Tiefen der Erde. Als 1878 drei katalanische Forscher in den Höhlen verschollen, rückten diese wieder in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Es waren der deutsche Forscher Will 1880 und schließlich 1896 der Franzose Martel, die sich erneut in die unterirdischen Welten wagten. Martel war es schließlich, der die Höhlen kartographierte und dabei den riesigen See fand, der nach ihm Llac Martel benannt wurde.

1922 witterte der Mallorquiner Joan Servera Camps eine Geschäftsmöglichkeit und erwarb kurzerhand das Landstück mit dem Zugang zu den Höhlen. Nach damalig geltendem Recht gingen damit auch die Höhlen selbst in seinen Besitz über. In den folgenden Jahren ließ er Treppen und Wege anlegen sowie bei der Carla Murta einen neuen Zugang schaffen. Mit den Baumaßnahmen verwandelte er das Höhlensystem zu einem Veranstaltungsort für private Musikaufführungen. Servera war es auch, der die Lichtinstallation in den Räumen veranlasste und damit die Höhlen wie eine Märchenwelt in Szene setzte. Bald schipperten die ersten Orchesterboote über den unterirdischen Martelsee und mit ihnen kamen die ersten Besucher. Seit die Höhlen 1935 endgültig für den Publikumsverkehr geöffnet wurden, hat sich an ihrer Präsentation kaum etwas verändert: Noch immer empfangen sanfte Töne klassischer Musik die Besucher in den bunt beleuchteten unterirdischen Sälen.

Anreise und Wissenswertes Coves del Drac

Von Porto Cristo kommend lässt sich der Zugang zum Höhlensystem leicht erreichen. Er liegt an der Straße von Porto Cristo in Richtung Santanyi, am Kreisverkehr kurz nach dem Ortsausgang führt eine gut ausgeschilderte Abzweigung direkt auf den großen Besucherparkplatz. Während der warmen Jahreszeit von April bis Oktober finden die Höhlenführungen täglich zwischen 10 und 17 Uhr statt. Etwas gemächlicher geht es in der Nebensaison zu, von November bis März öffnen die Höhlen täglich um 10.45, 12.00, 14.00, 15.30 sowie 16.30 Uhr. Das Fotografieren ist in den Höhlen generell untersagt.

Die Coves del Drac haben sich über die Jahre zu einem echten Touristenmagneten entwickelt, während der Hochsaison drängen daher tausende Besucher im Stundentakt durch die unterirdischen Gänge. Eine individuelle Führung ist unter einem solchen Andrang schlicht nicht möglich. Etwas mehr Ruhe verspricht da die Nebensaison, ab 16.30 Uhr verzichtet man sogar auf das inszenierte Höhlenkonzert. Als Alternative bieten sich die Coves d´Artá an, das südöstlich von Artá gelegene Höhlensystem birgt eindrucksvolle unterirdische Säle. Etwas weniger bekannt und daher auch mit einem deutlich geringeren Touristenandrang verbunden sind die Coves de Campanet. Ihre 1300 Meter langen Gänge wurden erst 1945 entdeckt. Der Zugang befindet sich etwa 10 Kilometer von Inca entfernt an der Straße Richtung Alcúdia und ist gut ausgeschildert.

Wird geladen...
Upps!
Sie nutzen einen Web-Browser den wir nicht unterstützen. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser für eine bessere Darstellung.
Unsere Seite funktioniert am besten mit Google Chrome.
Wie mann den Browser aktualisiert